Der Eingriff ist geschafft, das Traumbergebnis ist zum Greifen nah. Doch nach einer Brustvergrößerung beginnt eine ebenso wichtige Phase: die Erholung (Rekonvaleszenz). Das endgültige ästhetische Ergebnis hängt nicht nur vom Geschick des Chirurgen ab, sondern maßgeblich auch von Ihrem Verhalten in den ersten Wochen.
Geduld ist jetzt Ihre wichtigste Tugend. Ihr Körper benötigt Ruhe, um die Implantate sicher einzuheilen. Hier sind die wichtigsten Verhaltensregeln, damit Sie Ihre neuen Kurven bald unbeschwert genießen können.
Ruhe und Schonung: Der Körper hat Vorfahrt
Planen Sie nach der Entlassung aus der Klinik mindestens zwei Wochen Urlaub oder häusliche Ruhe ein. In dieser Zeit sollten Sie sich entspannen und Stress vermeiden.
- Heben und Tragen: In den ersten 4–6 Wochen ist schweres Heben (alles über 5 kg) tabu. Auch das Heben der Arme über Schulterhöhe sollten Sie vermeiden, um keinen Zug auf die Narben auszuüben.
- Sport: Leichte Spaziergänge sind förderlich, schweißtreibender Sport ist jedoch für mindestens 6 Wochen untersagt.
Der Kompressions-BH und der „Stuttgarter Gürtel“
Dies ist einer der wichtigsten Punkte für ein formstabiles Ergebnis. Sie erhalten einen speziellen medizinischen Stütz-BH, oft in Kombination mit einem Brustgurt (Stuttgarter Gürtel).
Dieser muss in der Regel für 6 Wochen Tag und Nacht getragen werden. Er fixiert die Implantate in ihrer korrekten Position und verhindert ein Verrutschen, solange sich die innere Kapsel noch bildet. Auch wenn es manchmal unbequem ist: Manipulieren oder lockern Sie den Gurt nicht eigenmächtig – er ist der Garant für Ihre schöne Brustform.
Die richtige Schlafposition
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Schlafen Sie in den ersten Wochen bitte ausschließlich auf dem Rücken.
Um dies zu erleichtern, können Sie Ihren Oberkörper mit Kissen leicht hochlagern. Das reduziert nicht nur das nächtliche Drehen, sondern hilft auch dabei, morgendliche Schwellungen schneller abklingen zu lassen. Die Bauch- oder Seitenlage könnte Druck auf die frischen Implantate ausüben und das Ergebnis gefährden.
Körperpflege und Duschen
Hygiene ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Eine vollständige Dusche (inklusive Oberkörper) ist meist erlaubt, sobald die Wundränder verschlossen sind oder wasserfeste Pflaster verwendet werden – oft nach wenigen Tagen.
Besprechen Sie dies jedoch immer vorab mit Ihrem Arzt. Bis zur Freigabe können Sie sich mit einem Waschlappen oder vorsichtig ab der Taille abwärts waschen. Auf Vollbäder, Sauna und Solarium müssen Sie aufgrund der Wärme und Infektionsgefahr für mindestens 6 Wochen verzichten.
Ernährung und Verzicht
Um die Wundheilung zu beschleunigen, braucht Ihr Körper Energie. Eine protein- und vitaminreiche Ernährung ist jetzt ideal. Ein absolutes „No-Go“ ist hingegen Nikotin.
Rauchen verengt die Blutgefäße und kann zu ernsthaften Wundheilungsstörungen führen. Bitte verzichten Sie mindestens 4 Wochen vor und nach der OP auf Zigaretten. Auch Alkohol sollten Sie meiden, da er die Schwellungsneigung verstärkt und sich nicht mit Schmerzmitteln verträgt.
Schwellungen, Kühlung und Medikamente
Ein Spannungsgefühl, Muskelkater-ähnliche Schmerzen und Schwellungen sind in den ersten Tagen völlig normal. Nehmen Sie die verordneten Schmerzmittel nach Plan ein, um schmerzfrei zu entspannen.
Vorsichtiges Kühlen (nie direkt auf der Haut!) kann helfen. Viele Patientinnen unterstützen den Abschwellungsprozess zusätzlich mit Arnika-Kügelchen (Globuli) oder Ananas-Enzymen (Bromelain). Bei plötzlichen Rötungen, Fieber oder starken Schmerzen kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt – lieber einmal zu viel fragen als zu wenig.
Fazit
Die Wochen nach der OP erfordern Disziplin, doch sie sind eine Investition in Ihr zukünftiges Lebensgefühl. Wenn Sie diese Hinweise beachten und die Kontrolltermine wahrnehmen, steht einem wunderschönen, komplikationsfreien Ergebnis nichts im Wege.