Stillen nach Brustverkleinerung: Das sollten werdende Mütter wissen

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Für viele Frauen ist das Stillen ein Herzenswunsch. Es versorgt das Baby nicht nur mit wertvollen Nährstoffen, sondern stärkt durch die innige Nähe auch die emotionale Bindung. Doch wenn Sie sich in der Vergangenheit einer Brustverkleinerung (Mammareduktion) unterzogen haben, mischen sich in die Vorfreude oft Zweifel: Kann ich mein Baby überhaupt stillen?

Die beruhigende Nachricht vorweg: In den meisten Fällen ist das Stillen auch nach diesem Eingriff möglich oder zumindest teilweise durchführbar. Hier erfahren Sie, welche Faktoren entscheidend sind und wie Sie sich bestmöglich vorbereiten.

Der Einfluss der OP-Technik auf die Stillfähigkeit

Nicht jede Brustverkleinerung verläuft gleich. Die gewählte Operationstechnik ist der entscheidende Faktor dafür, ob die Stillfähigkeit erhalten bleibt. Das Ziel moderner Chirurgie ist es stets, die Funktion der Brust so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

In der Regel werden Schnitte um den Warzenhof, senkrecht nach unten und eventuell in der Unterbrustfalte gesetzt (sogenannter T- oder I-Schnitt). Entscheidend ist dabei, wie mit der Brustwarze umgegangen wurde:

  • Die gestielte Methode: Bei den meisten Eingriffen bleibt die Brustwarze mit dem darunterliegenden Gewebe, Nerven und Blutgefäßen verbunden (an einem sogenannten „Stiel“). Dadurch bleiben die Milchgänge oft intakt und das Stillen ist meist problemlos möglich.
  • Freie Warzenplastik: Nur bei sehr großen Reduktionen wird die Brustwarze manchmal komplett abgenommen und neu aufgesetzt. Hierbei werden die Milchkanäle durchtrennt, was das Stillen in der Regel unmöglich macht. Dies ist heutzutage jedoch eher die Ausnahme.

Mögliche Herausforderungen und Sensibilität

Auch wenn die Milchgänge intakt sind, kann es nach einer Brustverkleinerung zu Veränderungen kommen, die das Stillen beeinflussen. Manchmal ist die Reizweiterleitung der Nerven vorübergehend oder dauerhaft gestört.

Dies kann sich durch Taubheitsgefühle oder eine Überempfindlichkeit an der Brustwarze bemerkbar machen. Für den Milchspendereflex ist das Spüren der Saugreize wichtig. Aber keine Sorge: Nerven können sich regenerieren, und oft kehrt das Gefühl im Laufe der Zeit zurück. Sollte das Stillen schmerzhaft sein, helfen Stillhütchen oder spezielle Pflegetipps Ihrer Hebamme oft weiter.

Körpersignale in der Schwangerschaft richtig deuten

Ihr Körper bereitet sich schon lange vor der Geburt auf das Stillen vor. Achten Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft auf Veränderungen. Werden Ihre Brüste größer oder spüren Sie ein Spannen? Das ist ein sehr gutes Zeichen.

Besonders aussagekräftig ist das Austreten von Vormilch (Kolostrum). Dies zeigt, dass die Verbindung zwischen Drüsengewebe und Brustwarze funktioniert. Wenn Sie diese Tropfen bemerken, stehen die Chancen sehr gut, dass rein körperlich dem Stillen nichts im Wege steht. Fehlt dieses Zeichen, bedeutet das jedoch nicht automatisch das Gegenteil – jede Schwangerschaft ist anders.

Fazit: Entspannt in die Stillzeit starten

Ob Vollstillen, Teilstillen oder die Flasche – der wichtigste Faktor für das Gedeihen Ihres Babys ist eine entspannte Mutter. Stress kann den Milchfluss hemmen, daher ist gelassene Zuversicht Ihr bester Begleiter.

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen über die damals angewandte OP-Methode. Noch wichtiger: Suchen Sie sich eine erfahrene Hebamme oder Stillberaterin, die Sie von Anfang an unterstützt. Mit der richtigen Begleitung und etwas Geduld klappt das Stillen nach einer Brustverkleinerung viel häufiger, als viele vermuten.

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