Die Entscheidung für eine ästhetische Korrektur ist gefallen, der Eingriff ist überstanden. Eigentlich sollte jetzt die Freude überwiegen. Doch stattdessen fühlen sich viele Patientinnen und Patienten plötzlich leer, traurig oder gereizt.
Dieses Phänomen ist so bekannt, dass es sogar einen Namen hat: der „Post-OP Blues“. Eine Schönheits-OP ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional eine Ausnahmesituation. Es ist völlig normal, dass Sie in den ersten Tagen sensibler reagieren. Hier erklären wir, warum die Seele manchmal Zeit braucht, um nachzukommen.
Gefühlschaos nach der Schönheits-OP: Bin ich normal?
In der frühen Heilungsphase fährt der Körper Achterbahn. Viele Patienten berichten von Schlafschwierigkeiten oder einer dünnen Haut gegenüber Kommentaren von Freunden.
Hinzu kommt die Unsicherheit beim Blick in den Spiegel. Solange Schwellungen und Blutergüsse das Ergebnis noch verdecken, fragen sich viele: „War das die richtige Entscheidung?“. Auch die erzwungene Ruhe und das geringere Energieniveau können frustrierend sein. Machen Sie sich bewusst: Diese Zweifel gehören zum normalen emotionalen Prozess.
Wenn aus Traurigkeit eine Depression wird
Obwohl die Vorfreude meist groß ist, kann der Abfall des Stresshormons Adrenalin nach der OP zu vorübergehender Niedergeschlagenheit führen.
Faktoren wie die Nachwirkungen der Narkose, Schmerzmittel oder einfach die fehlende Ablenkung begünstigen diese Stimmung. Typische Symptome sind:
- Unerklärliche Angstzustände oder Reizbarkeit.
- Antriebslosigkeit und Appetitverlust.
- Konzentrationsschwierigkeiten.
Wichtiges Warnsignal: Sollten in seltenen Fällen dunkle Gedanken auftreten, sich selbst zu schaden, ist dies kein „Blues“ mehr. Hier ist sofortige professionelle Hilfe notwendig.
Strategien für die Seele: Was jetzt hilft
Sie sind dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert. Ein starkes soziales Umfeld ist jetzt Gold wert. Sprechen Sie offen mit vertrauten Personen, um emotionalen Druck abzubauen.
Lenken Sie sich bewusst ab: Gute Filme, Bücher oder Hörspiele helfen, den Fokus weg von den Sorgen zu lenken. Und das Wichtigste: Geduld. Beurteilen Sie das Ergebnis nicht vorschnell, solange der Körper noch heilt.
Ruhe als beste Medizin
Ihr Körper braucht seine Energie jetzt für die Reparatur. Vermeiden Sie körperliche Überlastung, da dies nicht nur das Ergebnis gefährdet, sondern auch die Psyche stresst.
Aufgaben wie Haushalt oder Kinderbetreuung sollten Sie für einige Tage delegieren. Und statt Symptome im Internet zu googeln, wenden Sie sich bei Unsicherheiten lieber direkt an Ihren Arzt. Bei Fieber, Eiter oder starken Schmerzen zögern Sie bitte nicht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.