Die weibliche Brust verändert sich im Laufe des Lebens ständig. Schwangerschaft, Stillzeit oder starke Gewichtsabnahme hinterlassen oft Spuren: Das Gewebe erschlafft, das Volumen schwindet und das einstige Dekolleté wirkt „leer“. Für viele Frauen ist dieser Zustand belastend, doch der Gedanke an Silikonimplantate schreckt manche ab.
Hier bietet die moderne Plastische Chirurgie eine sanfte Alternative: Die Brustvergrößerung mit Eigenfett (Lipofilling). Diese Methode ermöglicht es, verloren gegangenes Volumen auf völlig natürliche Weise wiederherzustellen und gleichzeitig Problemzonen an anderen Körperstellen zu korrigieren.
Wann ist dieser Eingriff sinnvoll?
Nicht jede Frau wünscht sich eine drastische Vergrößerung. Oft geht es vielmehr darum, die ursprüngliche Form zurückzugewinnen oder Asymmetrien auszugleichen. Die Eigenfettbehandlung eignet sich hervorragend für Patientinnen, die:
- Sich eine moderate Vergrößerung wünschen (ca. eine halbe bis eine Körbchengröße).
- Fremdkörper (Implantate) im eigenen Körper ablehnen.
- Hartnäckige Fettdepots an Bauch, Beinen oder Po loswerden möchten.
- Eine Asymmetrie der Brüste harmonisieren wollen.
Auch in der rekonstruktiven Chirurgie, etwa nach einer brusterhaltenden Krebstherapie, leistet Eigenfett hervorragende Dienste, um Gewebedefekte weich und unauffällig aufzufüllen.
Der Ablauf: Zwei Effekte in einer OP
Das Lipofilling ist ein sogenannter „Zwei-in-Eins“-Eingriff. Zunächst wird an Stellen mit überschüssigem Fettgewebe (Donorsites wie Bauch, Hüfte oder Oberschenkel) eine Fettabsaugung (Liposuktion) durchgeführt.
Das gewonnene Fett wird anschließend in einem speziellen Verfahren gereinigt und aufbereitet. Nur die vitalen, gesunden Fettzellen werden verwendet. Über winzige Einstiche injiziert der Chirurg diese Zellen dann fächerförmig in die Brustdrüse und das umliegende Gewebe. Da keine großen Schnitte nötig sind, entstehen kaum sichtbare Narben.
Haltbarkeit und Sicherheit
Da es sich um körpereigenes Gewebe handelt, ist die Verträglichkeit exzellent. Das Risiko von Abstoßungsreaktionen oder einer Kapselfibrose, wie sie bei Implantaten vorkommen kann, entfällt hier komplett.
Wichtig zu wissen: Nicht alle verpflanzten Fettzellen wachsen an. Ein Teil wird vom Körper in den ersten Wochen abgebaut. Das endgültige Ergebnis ist daher meist erst nach etwa drei Monaten sichtbar. Um das gewünschte Volumen zu erreichen, können mehrere Sitzungen notwendig sein.
Fazit: Ein natürliches Körpergefühl
Die Methode ist ideal für Frauen, die Natürlichkeit bevorzugen. Das Ergebnis sieht nicht nur echt aus, es fühlt sich auch so an. Die Brust bewegt sich ganz natürlich mit dem Körper mit.
Zwar ist der Volumengewinn begrenzt im Vergleich zu Silikonimplantaten, doch der „Nebeneffekt“ der schlankeren Silhouette an den Entnahmestellen macht diesen Eingriff für viele Patientinnen besonders attraktiv. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Facharzt beraten, ob Ihre Fettdepots für diesen Eingriff ausreichen.