Übergewicht ist oft mehr als nur eine Zahl auf der Waage; es ist eine tägliche Belastung für Körper und Seele. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher für eine bariatrische Operation, um die Gesundheit langfristig zurückzugewinnen.
Doch die Medizin bietet heute nicht mehr „die eine“ Lösung, sondern verschiedene, hochspezialisierte Verfahren. Welcher Weg der richtige für Sie ist, hängt von vielen Faktoren ab. Ein erfahrener Chirurg analysiert Ihren BMI, Ihre Essgewohnheiten und bestehende Begleiterkrankungen (wie Diabetes oder Reflux), um gemeinsam mit Ihnen die sicherste Strategie zu wählen.
Hier stellen wir Ihnen die gängigsten Methoden im direkten Vergleich vor.
Der Magenballon: Die sanfte Hilfe ohne OP
Diese Methode ist ideal für Menschen, die (noch) keine Operation wünschen oder deren BMI für einen großen Eingriff noch zu niedrig ist (ca. BMI 27–35).
Ein weicher Silikonballon wird über die Speiseröhre in den Magen eingeführt und mit Flüssigkeit gefüllt. Er füllt den Magen teilweise aus, sodass Sie schon nach kleinen Portionen satt sind. Der Ballon verbleibt für sechs Monate im Körper. Er dient als „Starthilfe“ für eine Ernährungsumstellung, erfordert aber Disziplin, da er nach der Entfernung keinen Effekt mehr hat.
Der Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie)
Der Schlauchmagen ist heute weltweit eines der häufigsten Verfahren. Dabei werden etwa 75 % des Magens dauerhaft entfernt, sodass ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt.
Der große Vorteil: Mit dem entfernten Magenanteil verschwinden auch die Zellen, die das Hungerhormon Ghrelin produzieren. Patientinnen und Patienten verspüren deutlich weniger Appetit. Diese Methode eignet sich hervorragend für Menschen mit einem BMI ab 30, die eine dauerhafte Lösung suchen.
- Hinweis: Bei starkem Sodbrennen (Reflux) wird oft eher zum Bypass geraten.
Der Magenbypass: Der Goldstandard bei Diabetes
Beim Magenbypass wird der Magen nicht nur verkleinert, sondern auch der Verdauungsweg umgeleitet. Ein kleiner „Vormagen“ (Pouch) wird direkt mit dem Dünndarm verbunden.
Das führt zu zwei Effekten: Sie können nur sehr wenig essen, und der Körper nimmt weniger Kalorien aus der Nahrung auf. Mit einem Gewichtsverlust von ca. 70 % des Übergewichts ist der Bypass besonders effektiv. Er ist die erste Wahl für Patienten mit einem BMI ab 35 oder für Menschen mit Typ-2-Diabetes, da er den Stoffwechsel extrem positiv beeinflusst.
Das Magenband: Eine Option mit Einschränkungen
Das Magenband ist ein verstellbares Silikonband, das den Magen einschnürt und so die Nahrungsaufnahme begrenzt. Es ist minimal-invasiv und vollständig reversibel (rückgängig zu machen).
Zwar verlieren Patienten damit etwa 50–60 % ihres Übergewichts, doch das Verfahren wird heute seltener durchgeführt als früher. Grund dafür sind häufigere Langzeitkomplikationen wie Verrutschen oder Einwachsen des Bandes. Es eignet sich vor allem für Patienten, die einen irreversiblen Eingriff strikt ablehnen.
Fazit: Ihre Gesundheit, Ihre Entscheidung
Ob eine Magenverkleinerung als Sleeve, Bypass oder Ballon erfolgt, ist eine medizinische Maßentscheidung. Wichtig ist, dass Sie sich nicht nur auf den Gewichtsverlust konzentrieren, sondern auch die notwendige Nachsorge (wie Vitamin-Einnahme beim Bypass) bedenken.
Lassen Sie sich von unseren Experten beraten, welches Verfahren Ihnen den sichersten Weg in ein leichteres Leben ebnet.