Kann man eine Schönheits-OP rückgängig machen?

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Eine Schönheits-OP bietet die Chance, das eigene Erscheinungsbild zu verändern oder vermeintliche Makel zu korrigieren. Doch was passiert, wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht? Viele Patienten stellen sich die Frage: Kann der Eingriff rückgängig gemacht werden?

Während einige Verfahren angepasst oder revidiert werden können, ist eine vollständige Rückkehr zum ursprünglichen Zustand nicht immer möglich. Dieser Artikel beleuchtet, welche Operationen korrigierbar sind und welche Risiken dabei beachtet werden müssen.

Ist eine Umkehrung grundsätzlich möglich?

In einigen Fällen lässt sich eine Schönheits-OP revidieren, doch der Grad der Umkehrbarkeit hängt stark von der Art des Eingriffs und der individuellen Heilung ab. Das Ziel einer solchen Korrektur ist es meist, das ästhetische Ergebnis zu verbessern oder die Funktionalität wiederherzustellen.

Dennoch gibt es Einschränkungen. Ein komplettes „Zurücksetzen“ auf das Aussehen vor der OP ist oft nicht machbar. Ein ausführliches Gespräch mit einem qualifizierten Facharzt für Plastische Chirurgie ist daher unerlässlich, um Möglichkeiten und Risiken abzuwägen.

Welche Verfahren können korrigiert werden?

Bestimmte Eingriffe erlauben eine teilweise Rückgängigmachung oder Überarbeitung, um Komplikationen oder unerwünschte Ergebnisse zu beheben.

1. Brustvergrößerung

Dies ist eine der am häufigsten revidierten Operationen. Gründe können ändernde ästhetische Vorlieben, medizinische Probleme oder Komplikationen wie eine Kapselfibrose (Verhärtung des Gewebes) sein.

  • Implantatentfernung: Implantate können komplett entfernt werden. Oft ist danach eine Bruststraffung nötig, um die natürliche Form wiederherzustellen.
  • Austausch: Alternativ können die Implantate gegen eine andere Größe oder Form getauscht werden.
  • Risiko: Veränderungen der Brustform oder Narbenbildung sind möglich.

2. Nasenkorrektur (Rhinoplastik)

Eine Nase vollständig in den Ursprungszustand zu versetzen, ist schwierig. Dennoch kann eine Revisions-OP helfen, wenn das erste Ergebnis unbefriedigend war oder Atemprobleme auftreten.

  • Die Korrektur: Eine sekundäre Rhinoplastik adressiert Asymmetrien oder strukturelle Probleme. Der Eingriff ist jedoch aufgrund von Narbengewebe komplexer.
  • Risiko: Es besteht ein erhöhtes Risiko für weitere Vernarbungen oder Knorpelverlust.

3. Fettabsaugung (Liposuktion)

Wurde zu viel Fett entfernt oder ist die Kontur ungleichmäßig, suchen Patienten oft nach einer Lösung. Da entfernte Fettzellen dauerhaft weg sind, ist eine direkte Umkehrung nicht möglich.

  • Die Korrektur: Durch einen Eigenfetttransfer (Lipofilling) kann Volumen zurückgegeben werden. Eine erneute Absaugung kann Unebenheiten glätten.
  • Risiko: Weitere Unregelmäßigkeiten in der Hautoberfläche sind möglich.

4. Facelift

Ein Facelift strafft die Haut und glättet Falten. Wirkt das Ergebnis jedoch „zu straff“ oder unnatürlich, ist eine komplette Rückabwicklung unmöglich, da Haut entfernt wurde.

  • Die Korrektur: Der Chirurg kann die Hautspannung anpassen, um ein natürlicheres Aussehen zu erzielen.
  • Risiko: Jeder weitere Eingriff erhöht die Gefahr von Nervenschäden oder sichtbaren Narben.

5. Botox und Filler

Im Gegensatz zu chirurgischen Eingriffen sind diese Behandlungen meist temporär und risikoarm korrigierbar.

  • Botox: Die Wirkung lässt nach 3–6 Monaten von selbst nach. Asymmetrien verschwinden mit der Zeit.
  • Filler: Hyaluronsäure-Filler können mit einem Enzym namens Hyaluronidase aufgelöst werden, wenn das Ergebnis nicht gefällt.

Risiken einer Korrektur-OP

Wer eine Revision in Erwägung zieht, muss sich bewusst sein, dass jeder weitere Eingriff neue Herausforderungen mit sich bringt:

Narbengewebe

Mit jeder Operation bildet der Körper mehr Narbengewebe. Dies macht das Gewebe fester und zukünftige Eingriffe technisch schwieriger, was das Risiko für sichtbare Narben erhöht.

Erhöhte Komplikationsgefahr

Revisions-Eingriffe sind oft komplexer als die Erst-OP. Das Risiko für Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Nervenschäden steigt.

Rauchen

Besonders bei Korrektureingriffen ist die Durchblutung des voroperierten Gewebes kritisch. Rauchen kann diese Durchblutung massiv stören und zum Absterben von Hautgewebe führen. Ein strikter Rauchstopp ist daher essenziell.

Emotionale Belastung

Die Unzufriedenheit mit dem ersten Ergebnis führt oft zu emotionalem Stress. Es ist wichtig, auch die psychologischen Aspekte vor einer weiteren OP zu berücksichtigen.

Was Sie vor einer Schönheits-OP beachten sollten

Um Enttäuschungen und Korrektureingriffe zu vermeiden, ist die richtige Vorbereitung entscheidend:

  • Erfahrener Chirurg: Wählen Sie einen Spezialisten, der nachweislich natürliche und ästhetische Ergebnisse liefert.
  • Realistische Erwartungen: Verstehen Sie, dass eine Schönheits-OP keine Perfektion garantiert und Ergebnisse individuell variieren.
  • Risikoaufklärung: Sprechen Sie im Beratungsgespräch offen über mögliche Risiken und die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Revision.

Fazit

Obwohl einige Folgen einer Schönheits-OP korrigiert werden können, ist eine vollständige Umkehrung oft nicht machbar. Der Erfolg einer Revision hängt maßgeblich von der Ausgangslage, der Heilung und der Expertise des Chirurgen ab.

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