Ein flacher, trainierter Oberkörper gilt als Idealbild der Männlichkeit. Doch viele Männer leiden unter einer gutartigen Vergrößerung der Brust, die das Selbstbewusstsein massiv beeinträchtigen kann.
Umgangssprachlich oft als „Männerbrust“ bezeichnet, ist die Gynäkomastie für Betroffene weit mehr als ein ästhetisches Problem. Sie führt häufig zu Scham, Vermeidung von Schwimmbadbesuchen und sozialem Rückzug. Um die richtige Lösung zu finden, ist es entscheidend zu verstehen, was genau hinter der Vergrößerung steckt.
Echte Gynäkomastie oder nur Fett?
Nicht jede vergrößerte Männerbrust ist gleich. Medizinisch unterscheiden wir zwei Formen, die die Therapie bestimmen:
- Lipomastie (Pseudo-Gynäkomastie): Hierbei handelt es sich um reine Fettansammlungen, oft bedingt durch Übergewicht.
- Echte Gynäkomastie: Hier hat sich festes Drüsengewebe hinter der Warze gebildet, das sich durch Sport nicht wegtrainieren lässt.
Hormonelle Ursachen und Lebensstil
Der Hauptauslöser für das Wachstum des Brustdrüsengewebes ist meist ein hormonelles Ungleichgewicht. Ein Überschuss an Östrogen (weibliches Hormon) oder ein Mangel an Testosteron gibt dem Körper das Signal zum Brustwachstum.
Faktoren, die dieses Gleichgewicht stören können, sind:
- Genetische Veranlagung oder Erkrankungen (z. B. Schilddrüse, Leber).
- Einnahme bestimmter Medikamente oder Anabolika (häufig im Kraftsport).
- Regelmäßiger Konsum von Alkohol oder Drogen.
Diagnose: Der erste Schritt zur Lösung
Bevor eine Therapie beginnt, muss die Ursache geklärt werden. Ein Facharzt tastet die Brust ab, um zu prüfen, ob es sich um weiches Fett oder festes Drüsengewebe handelt.
Zusätzlich können Bluttests (Hormonspiegel) oder ein Ultraschall notwendig sein, um andere Erkrankungen sicher auszuschließen. Erst nach dieser Diagnose wird ein individueller Behandlungsplan erstellt.
Konservative Behandlung vs. Operation
Hängt die Vergrößerung mit dem Lebensstil zusammen, können Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und der Verzicht auf Auslöser (wie Alkohol oder Steroide) bereits helfen.
Doch Vorsicht: Konservative Methoden wirken primär bei der Lipomastie. Hat sich bereits festes Drüsengewebe gebildet, bildet sich dieses selten von allein zurück. In diesen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff oft der einzige Weg zur flachen Brust.
Chirurgische Möglichkeiten im Überblick
Wenn Sport und Diät nicht reichen, bietet die Plastische Chirurgie effektive Lösungen an, um die maskuline Kontur wiederherzustellen:
- Fettabsaugung (Liposuktion): Ideal bei Lipomastie, um das Fettgewebe dauerhaft zu entfernen.
- Drüsenentfernung: Über einen winzigen Schnitt am Warzenhof wird der Drüsenkörper entnommen.
- Kombination: Oft werden beide Verfahren vereint, um ein besonders harmonisches Ergebnis zu erzielen.
Hinweis zu CoolSculpting: Nicht-chirurgische Verfahren wie Kältebehandlungen wirken nur auf Fettzellen, nicht auf Drüsengewebe.
Fazit
Ob hormonell bedingt oder durch den Lebensstil beeinflusst: Niemand muss sich mit einer Männerbrust abfinden. Eine professionelle Behandlung stärkt nicht nur die körperliche Ästhetik, sondern vor allem das emotionale Wohlbefinden.