Wer eine Brustvergrößerung plant, hat oft ein bestimmtes Bild im Kopf: ein volleres Dekolleté und femininere Kurven. Doch wenn es an die konkrete Planung geht, fühlen sich viele Frauen von der Auswahl überfordert. Welche Größe passt zu mir? Welches Profil wirkt natürlich?
Das optimale Ergebnis hängt nicht nur vom Volumen (cc) ab, sondern vor allem davon, wie gut sich das Implantat in Ihre individuelle Anatomie einfügt. Ihr Plastischer Chirurg hilft Ihnen dabei, die Balance zwischen Wunschvorstellung und medizinischer Machbarkeit zu finden.
Welche Faktoren beeinflussen die Wahl der Brustimplantate?
Größe ist nicht gleich Größe. Ein 300cc-Implantat kann bei einer großen Frau dezent wirken, bei einer zierlichen Frau jedoch sehr dominant. Drei Faktoren sind entscheidend:
- Ihre Anatomie und Basisbreite Das Implantat darf nicht breiter sein als Ihre natürliche Brustbasis.
- Zierlicher Körperbau: Hier eignen sich oft Brustimplantate mit einer schmaleren Basis, aber einer höheren Projektion (High Profile). So entsteht Fülle, ohne dass die Brust an den Seiten „übersteht“.
- Breiterer Brustkorb: Hier werden oft breitere Modelle gewählt, um eine harmonische Proportion zum Oberkörper zu schaffen.
- Gewebequalität und Alter Mit den Jahren verliert die Haut an Spannkraft. Jüngeres, straffes Gewebe kann ein Implantat gut halten. Ist die Haut jedoch bereits erschlafft (z. B. nach Stillzeit oder Gewichtsverlust), reicht ein großes Volumen oft nicht aus. Hier ist häufig eine zusätzliche Bruststraffung sinnvoll, um ein „Durchhängen“ des Implantats zu verhindern.
- Gesundheitliche Voraussetzungen Bestimmte Vorerkrankungen (wie akute Infektionen oder unbehandelte Autoimmunerkrankungen) können gegen einen Eingriff sprechen. Ein stabiler Gesundheitszustand ist die Basis für jede ästhetische Operation.
Simulation: Wie sieht das Ergebnis vorher aus?
Die Vorstellungskraft stößt oft an Grenzen. Deshalb nutzen wir moderne Methoden, um Ihnen das Ergebnis schon vor der OP zu visualisieren.
- Der BH-Test in der Klinik: Anders als oft vermutet, nehmen Sie Probeimplantate nicht mit nach Hause. Sie tragen diese während der Beratung in einem speziellen Sport-BH unter einem engen T-Shirt. So bekommen Sie ein realistisches Gefühl für das neue Gewicht und die Optik.
- 3D-Simulation: Mittels modernster Software erstellen wir ein digitales 3D-Modell Ihres Körpers. Hier können wir verschiedene Größen und Formen simulieren, was die Entscheidung massiv erleichtert.
- Tipp für zuhause: Der „Reis-Test“. Füllen Sie einen Beutel mit der entsprechenden Menge Reis (z. B. 300g für ca. 300cc) und tragen Sie ihn im BH.
Welche Größen sind üblich und sicher?
In Europa sind Implantate aus kohäsivem Silikongel der Standard (Kochsalz wird kaum noch verwendet). Die meisten Patientinnen entscheiden sich für Volumina zwischen 300 und 400cc. Dies entspricht oft einer Vergrößerung um etwa ein bis anderthalb Körbchengrößen und wirkt meist sehr natürlich.
Vorsicht bei „XXL-Wünschen“: Implantate über 450cc gelten medizinisch als groß. Sie üben langfristig starken Druck auf das Gewebe aus. Mögliche Folgen sind:
- Schnelleres Absinken der Brust (Hängebrust) durch die Schwerkraft.
- Rückenschmerzen oder Haltungsschäden.
- Sichtbare Dehnungsstreifen oder Gewebeschäden.
Fazit
Die „perfekte“ Größe ist die, die sich für Sie gut anfühlt und zu Ihrem Körperbau passt. Vertrauen Sie auf die Messungen Ihres Chirurgen und nehmen Sie sich Zeit für die Anprobe, um eine Wahl zu treffen, die Sie langfristig glücklich macht.