Die Entscheidung für eine Brustvergrößerung ist meist eine Entscheidung fürs Leben – doch Lebensumstände und Körpergefühl ändern sich. Immer mehr Frauen spielen mit dem Gedanken, ihre Implantate wieder entfernen zu lassen (Explantation).
Die Gründe dafür sind vielfältig: Sei es der Wunsch nach mehr Natürlichkeit, eine Veränderung der Ästhetik im Alter oder medizinische Notwendigkeiten. Egal was Sie antreibt: Der Schritt, Brustimplantate entfernen zu lassen, ist oft ein Befreiungsschlag für Körper und Seele.
Wann ist eine Explantation medizinisch ratsam?
Nicht immer ist nur die Optik ausschlaggebend. Häufig zwingen körperliche Reaktionen zum Handeln. Zu den häufigsten medizinischen Indikationen gehören die Kapselfibrose (eine schmerzhafte Verhärtung des Gewebes), Risse im Implantat oder sichtbare Verschiebungen.
Ein zunehmend wichtiges Thema ist die sogenannte „Breast Implant Illness“ (BII). Viele Frauen berichten von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Autoimmunreaktionen, die sie mit den Fremdkörpern in Verbindung bringen. In solchen Fällen kann die Entfernung zu einer deutlichen gesundheitlichen Besserung führen.
Die Methoden: En-bloc und Auto-Augmentation
Die moderne Chirurgie bietet verschiedene Techniken an, um nicht nur das Implantat zu entfernen, sondern auch ein ästhetisches Ergebnis zu sichern:
- En-bloc Resektion: Besonders bei Kapselfibrose oder BII-Verdacht ist dies der Goldstandard. Dabei wird das Implantat zusammen mit der umgebenden Kapsel entfernt, sodass kein Narbengewebe im Körper verbleibt.
- Entfernung mit Straffung: Nach der Entnahme wirkt die Hauthülle oft „leer“, da das Gewebe über Jahre gedehnt wurde. Eine gleichzeitige Straffung (Mastopexie) ist hier essenziell. Oft nutzen wir dabei eigenes Gewebe (Auto-Augmentation), um der Brust auch ohne Silikon eine schöne, jugendliche Form zu geben.
- Austausch: Wenn Sie das Volumen behalten, aber Probleme beheben wollen, können die alten Kissen gegen neue, moderne Implantate getauscht werden.
Heilung und Verhalten nach der OP
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Um die Wundheilung optimal zu unterstützen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Schlafposition: Schlafen Sie in den ersten 1–2 Wochen strikt auf dem Rücken und mit erhöhtem Oberkörper, um Schwellungen zu minimieren. Tipp: Ein Kissen unter den Knien entlastet dabei den Rücken.
- Schonung: Vermeiden Sie für 4–6 Wochen schweres Heben und intensiven Sport.
- Kleidung: Tragen Sie statt Bügel-BHs einen weichen Kompressions-BH, der das Gewebe stützt.
- Verzicht: Rauchen und Alkohol stören die Durchblutung und sollten pausiert werden.
Warnsignale: Wann zum Arzt?
Leichte Schmerzen und Spannungsgefühle sind normal. Sollten Sie jedoch Fieber, starke Rötungen an der Narbe oder plötzliche Atemnot bemerken, suchen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe auf.
Fazit
Die Angst vor einer deformierten Brust nach der Entfernung ist dank moderner Straffungstechniken meist unbegründet. Ein erfahrener Chirurg wird mit Ihnen einen Plan erstellen, der Ihnen Gesundheit und ein positives Körpergefühl zurückgibt.