Es gibt ein geflügeltes Wort in der Ästhetik: „Brüste sind Schwestern, keine Zwillinge“. Tatsächlich ist der weibliche Körper selten perfekt symmetrisch. Bei fast jeder Frau unterscheiden sich die Brüste leicht in Größe oder Form.
Doch wenn dieser Unterschied deutlich sichtbar ist, spricht man medizinisch von einer Brustasymmetrie. Für viele Frauen ist dies nicht nur eine optische Besonderheit, sondern eine psychische Belastung, die zu Unsicherheit beim BH-Kauf oder im intimen Umgang führt. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt und wann eine Korrektur sinnvoll ist.
Formen der Ungleichheit: Anisomastie und Anisothelie
Medizinisch unterscheiden wir zwei Hauptformen, die einzeln oder kombiniert auftreten können:
- Anisomastie: Hierbei unterscheidet sich das Volumen oder die Form des Drüsengewebes deutlich voneinander.
- Anisothelie: Dies bezeichnet Unterschiede an den Brustwarzen oder Warzenhöfen (Position oder Größe).
- Kombinierte Asymmetrie: Oft liegt eine Mischung aus beiden Formen vor, bei der sowohl das Volumen als auch die Position der Warzen abweicht.
Woher kommen die Unterschiede?
Die meisten Asymmetrien sind angeboren oder entwickeln sich während der Pubertät durch natürliche Wachstumsschübe. Hormonelle Schwankungen – etwa durch den Zyklus, die Pille oder eine Schwangerschaft – können das Erscheinungsbild temporär beeinflussen.
Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle: Verletzungen des Brustgewebes in der Wachstumsphase können dazu führen, dass sich eine Seite weniger stark entwickelt. Zudem beobachten viele Mütter nach der Stillzeit Veränderungen, da die Brust, an der das Baby häufiger getrunken hat, oft größer oder anders geformt bleibt.
Experten-Hinweis: Manchmal liegt die Ursache gar nicht in der Brust selbst, sondern an einer Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose), die den Brustkorb asymmetrisch wirken lässt.
Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
In den allermeisten Fällen ist eine Asymmetrie rein ästhetischer Natur und medizinisch harmlos. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Ungleichheit plötzlich auftritt.
Sollten Sie einen schnellen einseitigen Größenzuwachs, Schmerzen, tastbare Knoten, Hautveränderungen oder Flüssigkeitsaustritt bemerken, suchen Sie bitte umgehend Ihren Gynäkologen auf. Diese Symptome müssen diagnostisch abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.
Wie lässt sich eine Asymmetrie korrigieren?
Wenn der Leidensdruck hoch ist, bietet die Plastische Chirurgie individuelle Lösungen, um die Harmonie wiederherzustellen. Es gibt kein Standardverfahren, da jeder Körper anders ist.
Mögliche Optionen sind:
- Angleichung an die größere Brust: Durch ein Implantat oder Eigenfett wird die kleinere Seite aufgebaut.
- Angleichung an die kleinere Brust: Die größere Seite wird verkleinert oder gestrafft.
- Kombination: Oft werden verschiedene Techniken (z. B. Straffung links, Implantat rechts) kombiniert, um ein perfektes Gleichgewicht zu erzielen.
In einem persönlichen Beratungsgespräch analysiert der Chirurg Ihre Anatomie genau, um den Behandlungsplan zu erstellen, der Ihnen Ihr Wohlbefinden zurückgibt.