Bauchdeckenstraffung nach der Magenverkleinerung

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Der Weg war lang und sicher nicht einfach. Wer sich für eine Magenverkleinerung (wie Schlauchmagen oder Magenbypass) entscheidet, beweist enormen Mut und Durchhaltevermögen. Der massive Gewichtsverlust ist ein Sieg für Ihre Gesundheit – Blutwerte verbessern sich, die Gelenke werden entlastet und die Lebensqualität steigt spürbar.

Doch der Blick in den Spiegel wird oft von einem Wermutstropfen getrübt: Die Haut konnte dem rasanten Schwinden der Pfunde nicht folgen. Zurück bleibt oft eine sogenannte „Fettschürze“ am Bauch, die das neue Körpergefühl überschattet.

Warum Sport allein oft nicht reicht

Es ist frustrierend: Man trainiert hart, ernährt sich gesund, doch die Haut am Bauch bleibt schlaff. Nach einer starken Dehnung ist das Bindegewebe oft so „ausgeleiert“, dass es sich nicht von selbst zurückbildet.

Weder Cremes noch intensives Bauchmuskeltraining können überschüssige Hautfalten entfernen. Hier ist die Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) meist die einzige effektive Lösung, um die Körperkontur wiederherzustellen.

Mehr als nur Ästhetik: Die medizinische Notwendigkeit

Überschüssige Haut ist für Betroffene („Post-Bariatrie-Patienten“) nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Hautlappen können im Alltag enorm stören und medizinische Beschwerden verursachen.

  • Hautprobleme: In den Falten sammelt sich Feuchtigkeit, was zu chronischen Entzündungen, Pilzinfektionen oder wunden Stellen (Intertrigo) führen kann.
  • Bewegungseinschränkung: Die schwingende Hautmasse kann beim Sport schmerzhaft sein oder als störend empfunden werden.

Die Operation befreit Sie von dieser Last und sorgt dafür, dass Hautreizungen dauerhaft verschwinden.

Der Ablauf: Straffung und „Inneres Korsett“

Eine moderne Bauchdeckenstraffung leistet mehr als nur das Wegschneiden von Haut. Da bei starkem Übergewicht oft die geraden Bauchmuskeln auseinanderweichen (Rektusdiastase), werden diese während der OP gestrafft und vernäht.

Dies wirkt wie ein „inneres Korsett“ und sorgt erst für die gewünschte, flache Taille. Der Schnitt verläuft tief im Bikinibereich von Beckenknochen zu Beckenknochen, sodass die Narbe später gut unter der Unterwäsche verborgen werden kann.

Wichtige Voraussetzung: Das Gewicht muss stabil sein

Geduld ist entscheidend. Bevor der plastische Chirurg zum Skalpell greift, sollte die Gewichtsabnahme vollständig abgeschlossen sein.

Medizinisch empfohlen wird meist, dass Ihr Gewicht seit mindestens 6 Monaten stabil ist. Operiert man zu früh und Sie nehmen weiter ab, könnte die Haut erneut erschlaffen. Nur unter stabilen Bedingungen lässt sich ein dauerhaft schönes Ergebnis erzielen.

Risiken und Nachsorge

Jeder Eingriff birgt Risiken. Zu den möglichen, aber seltenen Komplikationen gehören Wundheilungsstörungen oder Nachblutungen. Etwas häufiger ist die Bildung von Wundwasser (Serome) oder vorübergehenden Schwellungen, die der Körper jedoch meist selbst abbaut.

Um das Risiko zu minimieren und die Heilung zu unterstützen, tragen Sie nach der OP für ca. 6 Wochen ein spezielles Kompressionsmieder. Gönnen Sie sich Ruhe und vermeiden Sie körperliche Belastungen – Ihr Körper leistet bei der Heilung Schwerstarbeit.

Fazit

Eine Bauchdeckenstraffung nach einer Magenverkleinerung ist oft der entscheidende Abschluss einer langen Reise. Sie stellt die körperliche Harmonie wieder her und ermöglicht es Ihnen endlich, Ihren Abnehmerfolg uneingeschränkt zu genießen.

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