Die Augenpartie ist der Spiegel unserer Vitalität. Doch erschlaffte Lider oder Tränensäcke lassen das Gesicht oft älter und müder wirken, als man sich fühlt. Um wieder einen frischeren, wacheren Blick zu erlangen, entscheiden sich viele Menschen für eine operative Korrektur.
Doch nach dem Eingriff folgt manchmal eine Schrecksekunde: Man tastet kleine Verhärtungen, Knubbel oder Beulen unter der Haut. Ist das normal? In den allermeisten Fällen: Ja. Da die Lidhaut extrem dünn ist, sind selbst kleinste Unregelmäßigkeiten im Heilungsprozess schneller spürbar als an anderen Körperstellen. Hier erfahren Sie, was dahintersteckt und wie Sie die Heilung unterstützen.
Ursachen für Unebenheiten nach der Augenlidstraffung
Bei diesem Eingriff wird überschüssige Haut und oft auch Fettgewebe entfernt, um den Blick zu verjüngen. Die anschließende Heilung ist ein komplexer Prozess.
Die häufigste Ursache für tastbare Knoten ist das Narbengewebe selbst. Während eine Narbe reift, durchläuft sie verschiedene Phasen. Sie kann anfangs gerötet und verhärtet sein, was sich oft wie ein kleiner Strang oder Knoten anfühlt. Dies ist ein natürlicher Teil der Regeneration und meist kein Grund zur Sorge.
Weitere, meist harmlose Ursachen sind:
- Milien (Grießkörner): Durch die OP können Talgdrüsen verstopfen, was kleine weiße Knötchen verursacht.
- Fadengranulome: Manchmal reagiert der Körper auf das Nahtmaterial unter der Haut mit einer kleinen Kapselbildung.
- Serome: Kleine Ansammlungen von Wundflüssigkeit.
Hinweis: Die Bildung von sogenannten Keloiden (wuchernde Narben) ist am Augenlid extrem selten.
Was Sie selbst tun können: Die Kraft der Massage
Geduld ist Ihr wichtigster Begleiter. Bis Narben vollständig weich und flach werden, können bis zu 4 Monate vergehen. Sie können diesen Prozess jedoch aktiv beschleunigen.
Sobald die Fäden gezogen sind und alle Krusten abgefallen sind (bitte nicht früher!), ist eine sanfte Narbenmassage Gold wert. Nutzen Sie dafür eine fetthaltige Augensalbe. Massieren Sie den Bereich mit der Fingerbeere in sanften, kreisenden Bewegungen. Dies fördert die Durchblutung und macht das verhärtete Gewebe geschmeidiger.
Wichtig: Drücken Sie niemals gewaltsam auf eine frische Beule oder versuchen Sie, diese selbst auszudrücken.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Meist verschwinden die Unebenheiten von selbst. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine kleine Nachbehandlung durch den Chirurgen sinnvoll ist.
- Hartnäckige Milien oder Fettknötchen: Diese bilden sich oft nicht zurück und können steril geöffnet oder entfernt werden.
- Gerstenkorn: Eine Entzündung am Lidrand, die meist mit antibiotischen Tropfen behandelt wird.
- Entzündungen: Sollte eine Stelle heiß werden, stark pochen oder sich ein Abszess bilden, ist eine schnelle Behandlung mit Antibiotika notwendig.
Häufig gestellte Fragen
Bin ich während der OP wach?
Ja, der Eingriff am Oberlid erfolgt meist in lokaler Betäubung. Sie spüren keinen Schmerz, sind aber ansprechbar.
Wie lange bleiben die Beulen sichtbar?
Schwellungen klingen meist nach zwei Wochen ab. Verhärtungen durch Narbengewebe können jedoch bei empfindlicher Haut bis zu drei Monate tastbar bleiben, bevor sie weich werden.
Eine Augenlidstraffung ist ein risikoarmer Weg zu mehr Selbstbewusstsein. Mit der richtigen Pflege und etwas Geduld genießen Sie bald Ihren neuen, klaren Blick – ganz ohne störende Unebenheiten.